Bolle di Magadino im Frühling
- kiliandisler
- 21. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Wie fast jedes Jahr fahren ein Kollege und ich im Frühling für ein paar Tage ins Tessin, natürlich nach dem Oster-Chaos. Die Magadinoebene ist ein wahres Vogelparadies und eigentlich für ornithologische Überraschungen bekannt, doch zeigt sie sich diesen Frühling ruhig und eher unspektakulär. Möglicherweise liegt es am zu schönen Wetter oder an den neuen, zahlreichen Fahrverbotstafeln? Denn auch von den weitläufigen umliegenden Feldern gibt es nichts Neues zu berichten, was vielleicht damit im Zusammenhang stehen könnte... .

Kaum öffnen wir die Autotür, vernehmen wir den Gesang des Gartenrotschwanzes, der hier ebenso häufig vorkommt wie der Hausrotschwanz bei uns in der nördlichen Schweiz. Kraniche ziehen gen Norden und die vertrauten Rufe des Wendehalses sind nicht zu überhören: Er ist übrigens der einzige europäische Specht, der als Langstreckenzieher gilt und in Zentralafrika südlich der Sahara überwintert.
Da der Lago Maggiore ein künstlich regulierter See ist und durch das Wehr in Sesto Calende aktiv beeinflusst wird, trifft man in der Magadinoebene gelegentlich auf überschwemmte Gebiete.
Da gibt es nur eines: Hose hochkrempeln und die Schuhe in die Hand.
Doch der Aufwand lohnt sich: Seidensänger, Rallenreiher, Schlangenadler, Raubseeschwalbe, Kuckuck, Drosselrohrsänger, Rohrammern, Tüpfelsumpfhuhn und vieles mehr. So kann ich innerhalb kürzester Zeit fünfzehn neue Arten für dieses Jahr notieren. Super! Selbst bei einem ruhigen Frühling ist ein Besuch hier immer wieder lohnenswert. In der folgenden Bilderstrecke sind einige der genannten Vögel zu sehen:
Besonders beeindruckt mich die imposante Raubseeschwalbe, die auf ihrem Rückweg von Westafrika an die Ostsee hier rastet. Mit einer Flügelspannweite von über einem Meter ist sie fast so groß wie eine Sturmmöwe und somit die größte Seeschwalbe. Ihr knallroter Schnabel ist riesig!
Ein weiterer Fischfresser, der jedoch in der Beliebtheitsskala ganz woanders eingeordnet wird, ist der Kormoran. An sich ist er ein wunderschöner Vogel, besonders in seinem Prachtkleid, das bei richtigem Lichteinfall in verschiedenen Farben schimmert. In der folgenden Situation hat er jedoch seinem schlechten Ruf alle Ehre gemacht...
Um diesen Bericht mit einem angenehmeren Eindruck abzuschließen, hier noch zwei niedliche Bilder: Gegenüber vom Campingplatz Tenero-Contra, am Ausfluss der Verzasca, führt ein weiblicher Gänsesäger mehr als zehn zuckersüße kleine Federbälle mit sich.


























































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